Was ist Profitwirtschaft?

Profit wird im Deutschen lediglich in der Umgangssprache verwendet und bezeichnet im Prinzip den Gewinn, der wiederum ist Teil der Wirtschaftswissenschaft und zeigt den Überschuss der Ergebnisse über die Unkosten eines Unternehmens an. Das Gegenstück zum Gewinn ist der Verlust.

Während der Industrialisierung definierte Karl Marx den Profit in „der in Geld ausgedrückte Mehrwert des kapitalistischen Produktionsprozesses“ um.

Wissenswertes zum Gewinn

Die Definierung des Begriffes Gewinn ist in der Betriebswirtschaft nicht einheitlich, sondern hängt letztlich vom Zweck der zu definierenden Sache ab. Das stell natürlich ein Problem dar, besonders da die unternehmerischen Ziele, nämlich die Gewinnmaximierung und Gewinnerzielungsabsicht, eine eindeutige und präzise Definition benötigen.

Ein Gewinn liegt beispielsweise bei einer Nominalkapitalerhaltung stets vor, wenn das Eigenkapital (die Differenz von Vermögen und Schulden) gesteigert wurde. Auf diese Art des Gewinns bauen Handels- und Steuerrecht auf.

Bei der Realkapitalerhaltung wird erwartet, dass das Eigenkapital insoweit vermehrt wurde, dass es die Inflationsrate übersteigt.

Der Gewinn bei einer absoluten Substanzerhaltung ergibt sich nur dann, wenn der Gewinn als Barwert (zukünftige Zahlung in der Gegenwart) der kommenden Cashflows (Nettozufluss liquider Mittel, also positiver Cashflow, bzw. Nettoabfluss, sprich negativer Cashflow) berechnende Unternehmenswert höher liegt.

Um den Gewinn der einfachen Kaufleute zu errechnen, muss der Kaufmann nach § 242 Abs. 2 HGB im Anschluss des Geschäftsjahres, dem sogenannten Bilanzstichtag, eine Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen. Hier werden die kompletten Aufwendungen und Erträge erfasst. Sofern die Unkosten geringer als die Erträge sind, ergibt sich in der Rechnung ein Gewinn.

Kurz gesagt, Gewinn ist ein positives Ergebnis eines wirtschaftlichen Schaffens. Dieser errechnet sich in einem festliegenden Zeitraum, welcher meist einem Kalenderjahr entspricht. Dem gegenüber steht der Verlust, welcher sich aus erhöhten Aufwendungen und niedrigen Erträgen ergibt.

In der marktwirtschaftlichen Theorie gilt der Gewinn, das positive Erwirtschaften als die Motivation schlecht hin für einen Menschen, um sich als Unternehmer zu betätigen und so Waren und Dienstleistungen anzubieten, die in seinen Augen als wichtig erscheinen und in denen er eine Nachfrage sieht.

Sprachliches

Wie bereits erwähnt, wird der Gewinn teilweise als Profit bezeichnet. Allerdings scheint der Begriff Profit einen negativen und abwertenden Touch zu haben.

In seinen Theorien arbeitet Karl Marx dagegen mit dem Begriff Profit als dem Zentralbegriff. Hier hat der Profit die Bedeutung eines Mehrwertes, welches durch die Unternehmen gesamtgesellschaftlich angeeignet wird.

In der DDR (Deutsch Demokratische Republik) charakterisierte der Gewinn in sozialistischen Unternehmen die Erlösüberschüsse. In kapitalistischen Betrieben wurden dieselben als Profite bezeichnet und wurden mit Ausbeutung und Geldgier assoziiert.

Zudem ist hinzuzufügen, dass alle Tätigkeiten, die Geld erwirtschaften, als lukrativ betitelt werden.

Betriebswirtschaftliche Gewinnermittlung

Die Erhebung des Gewinns basiert auf der Erfolgsrechnung des Rechnungswesens.

Je nachdem, welcher Zweck hinter der Erfolgsrechnung steckt, wandelt sich dementsprechend die konkrete Definition der jeweilig verwendeten Gewinnbenennung. Im Umkehrschluss wird daher der Gewinnbegriff zunächst durch die Erhebung der Erfolgsrechnung präzisiert und so messbar gemacht.

Es gibt verschiedenen Systeme der Erfolgsrechnung, die wiederum zu unterschiedlichen Gewinnergebnissen kommen können. Das bedeutet, dass das Maß des Gewinns keineswegs einheitlich messbar ist. Die Erfolgsrechnung gilt zu den beachtlichen und heiklen Gebieten der Betriebswirtschaftslehre.

In der Betriebswirtschaft verwendet man liebend gern den Begriff des Erfolgs als den Oberbegriff für alle Gewinne.

Nun folgen die unterschiedlichen Systeme der Erfolgsrechnung im Detail:

  1. Periodenerfolgsrechnung
    • Hierbei geht es um die Ermittlung des Erfolgs während einer festgelegten Periode der Wirtschaft, z. B. einem kompletten Geschäftsjahr.
    • Das Hauptproblem der Periodenerfolgsrechnung liegt in der Zurechnung der positiven, Ertrag respektive Erlös, und negativen, Aufwand sowie Kosten, Faktoren des Erfolges auf die entsprechenden Betrachtungsperioden. Je kürzer einzelne Abrechnungsperioden gewählt werden, desto schwieriger wird es.
    • Um diesem Problem etwas entgegenzuwirken, werden wirtschaftliche Erfolgselemente, die sich unter normalen Umständen auf mehrere Perioden beziehen, auf die zeitliche Interdependenzschnitte zerteilt, um so einzelne Perioden zurechenbar beziehungsweise eine Periodisierung zu gestalten.
    • Außerdem ist hier interessant, dass aufgrund der periodenbezogenen Ergebnisermittlungen die Unternehmen über die erwirtschafteten Gelder an Dritte, wie dem Staat und Kapitalgebern, Rechenschaft abzugeben haben.
    • Gleichzeitig versucht das interne Rechnungswesen über bestimmte Perioden eine Transparenz der Wirtschaftlichkeit der komplexen Tätigkeit des Betriebes zu schaffen.
  2. Stückerfolgsrechnung
    • Mit diesem System der Berechnung wird der Gewinnbeitrag eines einzelnen Produktstückes respektive eines einzigen Auftrages errechnet.
  3. Investitionsrechnung
    • Bei dieser Art der Berechnung handelt es sich um die Ermittlung eines Investitionsobjektes, wie z. B. einer Produktionsanlage, über dessen gesamte Nutzungsdauer.
    • Hier tritt allerdings das Problem der Zurechenbarkeit der Erfolgskomponenten auf das zu beurteilende Investitionsobjekt.

Weiterführende wichtige Themen zum Gewinn

Gewinnschwelle

Unter Gewinnschwelle versteht man in der Wirtschaftswissenschaft, dass der Erlös und die Kosten einer Produktion gleich hoch sind und deswegen kein Gewinn, aber auch kein Verlust vorhanden ist. Sobald diese Schwelle überschritten wird, spricht man von einem Gewinn, sofern diese unterschritten wird, ist die Sprache von Verlusten.

Gewinn vor Steuern

Wie der Name hier bereits verrät, so ist hier die Rede von einer betriebswirtschaftlichen Kennzahl und entspricht der von einem Betrieb erwirtschafteten Gewinn vor Abzug der Ertragsteuer.

Entgangener Gewinn

Von einem entgangenen Gewinn spricht man dann, wenn der Schädiger dem Geschädigten es unmöglich macht, das vorhandene Vermögen zu vermehren.